Bohne Weight watchert

Lange habe ich mit mir gerungen. Nicht nur was die Diät angeht, sondern was ich in meinem Blog schreiben soll. Welches Thema interessiert meine Leser? Was treibt mich an? Worüber schreibt man denn so, damit man gelesen wird? Will ich überhaupt Follower haben? Ist es nicht Seelenstriptease wenn man hier im Internet private Dinge preis gibt? Und auf welches Glatteis bewegt man sich, wenn man sich politischen oder sozialkritischen Themen widmet?

Und dann ist mir aufgefallen: ich habe einen Instagram-Account. Und auch ich poste dort immer wieder mal was, um nicht in Vergessenheit zu geraten. Mir folgen dort 46 Leutchen. Ehemalige Klassenkameradinnen, Freunde, Bekannte und Leute, die ich nicht kenne, die aber meine Sachen cool finden. Genauso folge ich über 20 Hashtags. Nicht um Menschen zu stalken, sondern weil mich die Sachen interessieren. Eine Zeitlang waren es Heimwerker-Sachen. Möbelrestaurierung, Kunst aus Krempel und so was.

Schon geraume Zeit bin ich unzufrieden. Mit mir, mit meinem Körper, mit meinem Job. Rundum unglücklich. Manchmal sitze ich auf der Couch, und könnte heulen, weiß aber garnicht genau warum. Wenn ich dann morgens vor dem Spiegel stehe dann sehe ich nur Fettröllchen und dicken Arsch. Wenn ich in der Dusche stehe mag ich mich garnicht mehr anfassen. Ganz zu schweigen mich vor jemandem auszuziehen. Ich fühle mich nicht wohl in meiner Haut.

Und egal welche Haarfarbe ich ausprobiere, es wird nicht besser. Die Menschen sehen die Dicke, die neben ihrem dünnen Kind steht und ißt, obwohl sie hungern sollte. Ich mache das nicht mit Absicht. Es fällt mir halt nur schwer abzunehmen. Während andere ein paar Tage fdh machen, muss ich monatelang extrem fasten um wenigstens 1 kg abzunehmen

Man muss dazu sagen: ich bin Frustesser. Liebeskummer -> Schokolade, Streß auf der Arbeit -> Nudeln, Ärger mit dem Kind -> Nüsschen. Ich koche aber auch super gerne. Bis jetzt hat sich auch noch nie jemand beschwert. Ganz im Gegenteil. Mir wird nachgesagt, ich hätte einen sehr guten Geschmackssinn und könnte lecker kochen. Quasi Restaurantreif. Aber Zuhause isst es keiner mehr. Geschweige denn, dass sie es zu würdigen wüssten. Ich stehe da stundenlang in der Küche, koche für jeden sein Lieblingsessen und sie essen es dann vorm Rechner in ihren Zimmern. Nein, das trägt nicht dazu bei, dass ich mich wohl fühle oder gerne koche.

Wie dem auch sei. Ich fühle mich fett.

Ich wiege heute 84 kg. Bei einer Größe von 1,63 m

Brustumfang: 98 cm

Taille: 103 cm

Hüfte: 117 cm

Oberschenkel: 68 cm

Ich weiß, es gibt genug Menschen die jetzt sagen: „die hat doch nicht mehr alle Tassen im Schrank. Die ist doch schlank. Fett sieht anders aus“. Ja, mag sein. Aber ich wog halt schon mal 65 kg und auch 59kg. Ist zwar viele Jahre her, aber auch nach Kind2 konnte ich dieses Gewicht wieder erreichen. Mittlerweile mit Ü40 scheinen sich die Kilos an mir festgebissen zu haben. Deshalb versuche ich es jetzt mit weight watchers.

So vieles habe ich ausprobiert: low crab, fdh, 18/6 Intervallfasten, Kalorienzählen, Ceto, Schlank im Schlaf usw. Einiges einige Monate, anderes nur kurz. Leider brauche ich Essen um zu funktionieren. Wenn ich hungere nehme ich zu. Deshalb war Intervallfasten das Schlimmste. Okay, ich hab in der Zeit super viel Schokolade gegessen, aber mich brav an die Zeiten gehalten. Meine schlechte Laune war legendär!

Von weight watchers hatte ich schon länger gehört, und Freunde und Bekannte haben das auch gemacht. Mich hat immer der Preis geschreckt. Jetzt sehe ich es so: wenn ich Gewicht verliere, gewinne ich Lebensfreude und brauche keine Schokolade mehr. Also Geld gespart. Und da ich ein Geizkragen bin, möchte ich mein Geld nicht für eine Abnehmmethode verschwenden. Denn wenn ich jetzt nicht abnehme kostet es mich zusätzlich auch noch Geld. Das tut dann doppelt weh. Deshalb habe ich mich zu diesem rigorosen Schritt entschieden. Meine Familie wurde damit überrumpelt. Ich koche ja trotzdem für sie. Es ändert sich nichts. Aber oh Wunder, jetzt möchte mein Freund plötzlich auch abnehmen. Er hat noch nie in seinem ganzen Leben nicht eine einzige Diät gemacht. Er fühlt sich wohl in seiner Haut. Er findet sich zwar zu dick, hat Übergewicht, aber nie darüber nachgedacht auf Essen oder Mezzo Mix zu verzichten.

Und so entscheide ich mich hier und heute für den Blog:

Bohne nimmt ab.

Mein Name Bohne entstand ja eigentlich wegen meinem Kaffeekonsum und meinen grünen Haaren. Habe ich alles nicht mehr. Aber eine Bohnenstange will ich gerne werden. Nein, ich will nicht wieder 59 kg wiegen. Ich glaub das schaff ich garnicht. Trotzdem ist mein Plan 15 kg oder mehr runter zu bekommen. In welchem Zeitraum? Nun bis Ende Juni wäre schön. Laut ww sollte ich pro Monat 5 kg abnehmen. Was bedeutet Ende April 80 kg, Ende Mai 75 kg und Ende Juni 70 kg zu wiegen. Ich wäre so glücklich zumindest wieder 70 kg zu wiegen. Dann würde ich wieder so auszusehen:

2016

Scheiße, sah ich da glücklich aus. Und dünn, und die Haarfarbe war auch gut. Ich hatte einen geilen Job, viele Freunde und ein Motorrad. Stand heute: keine Haustiere, kurze Haare, Nichtraucher, kein Motorrad, komplett zurückgezogen. Das muss sich ändern. Ich bin unglücklich. Und das werde ich ändern.

In Instagram poste ich seit Tagen mein Essen. Okay, das tun viele. Aber für mich ist es ein erster Schritt. Nicht nur, dass ich tatsächlich was koche, und nicht nur im Kühlschrank ziellos Zeug in mich reinstopfe weil ich nicht wirklich Hunger habe. Oder um mit den Worten einer Posterin zu sprechen: „Du hast keinen Hunger, dir ist nur langweilig. Also MACH GEFÄLLIGST DEN KÜHLSCHRANK WIEDER ZU!!!!!“

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